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Peak Shaving

Was ist Peak Shaving?

Peak Shaving — deutsch Lastspitzenkappung — begrenzt die kurzen Verbrauchsspitzen eines Betriebs gezielt. Nicht, um weniger Strom zu verbrauchen, sondern um weniger für Leistung zu zahlen.

Über ein Jahr fallen in einem Gewerbebetrieb zehntausende Viertelstundenwerte an. Für den Leistungspreis zählen davon sehr wenige — je nach Abrechnungsmodell im Extremfall ein einziger. Läuft der Ofen an, während Kälte und Klima ohnehin ziehen, kann diese eine Viertelstunde die Netzkosten für den gesamten Abrechnungszeitraum festlegen. Genau dort setzt Peak Shaving an: Die Spitze wird abgefangen, der Betrieb läuft unverändert weiter.

Grundlagen

Leistungspreis und Arbeitspreis — der entscheidende Unterschied

Auf einer gewerblichen Stromrechnung stehen zwei Größen, die völlig unterschiedlich entstehen. Wer sie verwechselt, spart an der falschen Stelle.

Arbeitspreis

ct/kWh

Bezahlt wird die Energiemenge: jede bezogene Kilowattstunde, aufsummiert über den Abrechnungszeitraum. Wer weniger verbraucht, zahlt weniger — linear und nachvollziehbar.

Hebel: Effizienz, Eigenverbrauch, Beschaffung.

Leistungspreis

€/kW·a

Bezahlt wird die höchste bezogene Leistung — nicht, wie lange sie anlag. Eine einzelne Viertelstunde auf 250 kW schlägt im Leistungspreis genauso zu Buche wie ein ganzes Jahr auf 250 kW. Die Energiemenge dahinter ist winzig, die Kostenwirkung nicht.

Hebel: Lastspitzen kappen, entzerren, speichern.

Deshalb kann ein Betrieb spürbar Strom sparen und trotzdem gleich hohe Netzkosten zahlen: Der Arbeitspreis sinkt, der Leistungspreis bleibt an der einen Spitze hängen, die niemand bemerkt hat.

RLM-Messung

Ab 100.000 kWh zählt jede Viertelstunde einzeln

Überschreitet ein Betrieb 100.000 kWh Jahresverbrauch, wechselt er in die registrierende Leistungsmessung (RLM). Der Zähler erfasst dann nicht mehr nur einen Jahreszählerstand, sondern den Lastgang: den mittleren Leistungsbezug jeder einzelnen Viertelstunde, rund um die Uhr.

Aus diesen Werten wird der Leistungspreis abgeleitet — je nach Netzbetreiber und Abrechnungsmodell etwa aus dem höchsten Viertelstundenwert des Jahres oder aus den monatlichen Höchstwerten. Welches Modell für Ihren Standort gilt, steht auf Ihrer Netzrechnung. Das ist keine allgemeine Regel, sondern eine Vertragsgröße — und der Grund, warum eine seriöse Rechnung immer bei Ihrer Rechnung beginnt.

Die gute Nachricht: Dieser Lastgang ist eine Datei, die Sie von Ihrem Netzbetreiber bekommen. Damit lässt sich Ihr Einsparpotenzial nicht schätzen, sondern rechnen.

Beispielhafte Darstellung

Lastgang vor und nach der Kappung

Ein Tagesverlauf, wie er in vielen Betrieben entsteht: Die Grundlast läuft durch, am frühen Morgen erzeugt der Anlauf eine kurze, hohe Spitze. Der Speicher deckt genau diese Differenz — der Netzbezug bleibt unter der Schwelle. Die zweite, kleinere Erhebung am Nachmittag bleibt ohnehin darunter und kostet nichts extra.

  • Netzbezug ohne Speicher
  • Netzbezug mit Speicher
  • Kappungsschwelle

Beispielhafte Darstellung mit synthetischen Werten, die allein das Prinzip veranschaulichen. Keine Kundenmessung und kein Rechenergebnis. Ihr tatsächliches Profil ermittelt der Peak-Shaving Kalkulator aus Ihren eigenen Lastgangdaten.

Zwei Arten der Kappung

Physikalisch kappen oder den Messwert kappen

„Die Spitze kappen“ kann zweierlei bedeuten. Der Unterschied entscheidet, worauf die Anlage ausgelegt wird.

Physikalische Kappung

Der Bezug am Netzanschluss wird real begrenzt: Der Speicher deckt die Differenz, Lasten werden verschoben oder abgeworfen. Der Anschluss sieht die Spitze nie. Das zählt dort, wo eine harte Grenze gilt — etwa eine begrenzte Anschlussleistung oder eine teure Netzanschluss-Erweiterung, die man vermeiden will.

Kappung des Messwerts

Abgerechnet wird der Mittelwert einer Viertelstunde, nicht der Momentanwert. Für die Rechnung zählt deshalb, den Viertelstunden-Mittelwert unter der Schwelle zu halten. Ein kurzer Anlaufstrom, der im Mittel dieser 15 Minuten untergeht, ist kostenseitig unsichtbar.

Für den Leistungspreis zählt der Messwert. Wer zusätzlich die Anschlussleistung selbst entlasten will, braucht die physikalische Kappung. Beide Ziele lassen sich mit derselben Anlage verfolgen — sie führen nur zu unterschiedlicher Auslegung.

Umsetzung

Kein Hardware-Thema — ein Zusammenspiel

Ein Speicher allein kappt keine Spitze. Erst Speicher, Steuerung und Betriebsstrategie ergeben ein System, das im Betrieb hält, was das Datenblatt verspricht.

Speicher

Leistung (kW) und Kapazität (kWh) sind zwei getrennte Größen. Eine Batterie mit genug Leistung, die nach zehn Minuten leer ist, hält die Spitze nicht durch. Beides wird am realen Lastgang ausgelegt, nicht an einer Faustformel.

Steuerung

Die Steuerung entscheidet im laufenden Betrieb, wann entladen wird — und muss die Spitze erkennen, während sie entsteht. Nicht jeder Speicher bringt diese Fähigkeit mit; oft ist sie eine eigene Komponente.

Betriebsstrategie

Spitzenkappung, PV-Eigenverbrauch und tarifbewusstes Laden konkurrieren um dieselbe Kapazität. Wer die drei Nutzen einzeln rechnet und addiert, überschätzt das Ergebnis. Die Strategie legt fest, was Vorrang hat.

Deshalb ist die belastbare Auslegung eine Rechenaufgabe über den ganzen Lastgang — keine Frage des Datenblatts.

Peak Shaving steht nicht allein

Derselbe Speicher, der Ihre Spitze kappt, hebt in aller Regel auch Ihren PV-Eigenverbrauch. Und ohne Lastganganalyse wissen Sie nicht, wo Ihre Spitzen überhaupt entstehen.

Ihr Potenzial

Einsparpotenzial in zwei Minuten schätzen

Der Schnellrechner gibt eine erste Orientierung. Belastbar wird die Zahl mit Ihren echten 15-Minuten-Lastgangdaten — dafür gibt es den Peak-Shaving Kalkulator.

Zum Peak-Shaving Kalkulator

Schnellrechner

Drei Angaben, eine Zahl. Die Werte sind ein Beispiel — überschreiben Sie sie mit Ihren eigenen.

Geschätzte jährliche Einsparung

€ 12.000

100 kW × 120 €/kW·a

Orientierungswert. Die belastbare Auslegung liefert der Peak-Shaving Kalkulator anhand Ihrer 15-Minuten-Lastgangdaten.

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